Unsere Hilfsprojekte

8 Jahre lebe ich jetzt schon hier und wie viele von euch ja bereits schon wissen, sind wir durch unsere Touren immer sehr viel in Marokko unterwegs. In den ersten Jahren alleine mit meinem Team und jetzt seit einiger Zeit auch mit meinem Mann Omar. 

 

Das wunderschöne Marokko mit den bunten Souks, den authentischen Gassen, den vielen Deko Artikeln und luxuriösen Riads. Ein super schönes Land wo man sooo viel zu erleben hat! 

Wie jeder andere Tourist auch, war ich ganz am Anfang meistens in der schönen Altstadt, der Medina unterwegs. Denn das ist ja auch das, was uns so reizt. Nach einiger Zeit bekam ich dann eine Einladung in die Hivernage, der Stadtteil des Luxus, wenn man es mit den staubigen Gassen vergleicht. Und das nur 5 Minuten entfernt von der Altstadt wo ja meistens nur die Ärmeren wohnen. Goldene Nachtclubs, Casinos, Range Rover, die neuesten Mercedes Modelle, Louis Vuitton und Extra Blatt. Wie konnte das sein?! Woher kam dieser Reichtum?! 

Aber klar, Marokko ist halt ein Land der Kontraste, genauso wie zwischen Sahara und Küste und Arm und Reich. Nur das diese Armen sehr unter dem Reichtum der anderen leiden. Speziell wenn sie noch Wand an Wand nebeneinander leben, so wie es auch ab und zu zu sehen ist, wie zum Beispiel in der Palmeraie Marrakeschs wo kleine Paläste neben Lehmdörfern und Wellblech Siedlungen stehen. 

Irgendwann hatte ich mal ein halbes Jahr lang die Phase jeden Abend schick auszugehen, “bekannte” Leute aus der Edelszene kennenzulernen und die tollsten Klamotten zu tragen. Ich zog von der Medina in die Neustadt in eine Top moderne Wohnung mit Hochglanzbädern, schlief den halben Tag, ging shoppen um auch optisch anerkannt zu werden und feierte bis 5 Uhr morgens in den angesagtesten Bars und Clubs. Bis ich aufwachte und realisierte das dies nicht mein Leben sei, diese Fake Dasein ohne Persönlichkeit und Gefühle.Und so brach ich alle Kontakte dort ab und ging wieder in meine authentische Medina, wo ich sein konnte, wer ich war. Back to Reality. 

 

Und irgendwann, auf einer simplen Wanderung mit Freunden durch den hohen Atlas begann es dann 

Ein abgeschiedenes Dorf in knapp 2500 Metern Höhe. Zu der Zeit immer noch ohne Wasser- und Stromversorgung. Knapp einen Meter Schnee, Minusgrade, Jungs die barfuß in Flip-Flops und T-Shirt Fußball spielten. Ihre Schwestern, Tanten und Mütter wuschen unten am Fluss im eisigen Wasser die Wäsche, machten sich zum Teil etwas am offenen Holzfeuer warm. Ihre Männer, Onkel und Väter bemühten sich den schweren Schnee vom Lehmdach zu schaufeln damit diese nicht einbrachen. 

Was dann geschah, war einfach nur unglaublich. 

Obwohl die Frauen zum Teil schüchtern zurückgrüßten, lud man uns zu Tee und Keksen ein, ohne irgendeine Gegenleistung zu erwarten. Denn am Anfang dachten wir, Oh, was kommt wohl jetzt auf uns zu. Wir waren da voll Marrakesch gebrannt Aber man freute sich über unseren Marsch durchs Dorf und obwohl wir zu der Zeit ja noch massive Sprachprobleme hatten, verstanden wir uns auch so, mit Händen und Füßen. Der ältere Herr, der wohl in dem Dorf der Bürgermeister war, interessierte sich sehr für unsere Herkunft, die Geschichte, Kultur und Tradition. Er war glücklich Touristen so weit hier oben getroffen zu haben.

 Ein Erlebnis das man auf jeden Fall nicht vergisst. Welches einen sehr rührt und zur gleichen Zeit traurig und hilflos macht. 

Ja, Marokko, die Regierung tut viel für die abgeschiedenen Dörfer und einiges ist auch schon besser geworden. Aber zu viele sind einfach noch da die dringend Unterstützung brauchen. Sich dies in einem Land vorzustellen, welches so viele reiche Menschen in den Großstädten hat, war für mich einfach unfassbar! Ich war schockiert und wütend zugleich, kannte so etwas nur aus Dokumentationen über andere Schwarz afrikanische Länder. 

Abrupt fielen mir auch die vielen Europäer und Marokkaner ein, die hier ihre Luxus Riads und Hotels haben, wo sie pro Nacht Tausende an Euros machen aber die Menschen hier, die sich freuen, arbeiten zu können, werden mit 200 € pro Monat ausgebeutet. 

Und dann war es soweit. 

6 Monate brauchten wir, bis die 7 Tonnen gebrauchte Winterkleidung für Familien, da oben in den Bergen mit dem Transporter von Deutschland nach Marokko kam. 26 Sammelstellen über Facebook in verschiedenen großen Städten wurden von ganz vielen tollen ehrenamtlichen Menschen bereitgestellt. In Marrakesch alles aussortiert, gewaschen, mit dem Van ins Gebirge gefahren und den Rest auf 31 Maultieren hoch oben zu den Menschen gebracht. 

Freude und Dankbarkeit kamen uns entgegen und dies war der Beginn wo wir uns entschieden, den Menschen hier wo es nur ginge zu helfen. Wir brauchten kein Luxus Riad.

“Armut ist dort zuhause, wo Reichtum regiert.”

Menschen, die unter dem Reichtum und der Ausbeutung anderer leiden, egal ob diese Verbrecher Landsleute sind oder aus dem Ausland kommen, muss geholfen werden, ohne Wenn und Aber. Gerade denen, die es dringend brauchen und verdienen. Das war für uns keine Frage, sondern wurde zur Selbstverständlichkeit, zu einem Projekt, zu einer Art Selbstjustiz. Welches auch nicht immer gerne von anderen gesehen wird, speziell von denen, die am meisten hier haben.



Die Hilfesuchenden

Fast wöchentlich treffen wir im ganzen Land auf Menschen, meistens auf dem Land und in den Bergen aber auch oft in den Großstädten, die ohne Hilfe von anderen einfach nicht mehr existieren könnten. Und gerade in diesem Jahr 2019, bei dem enormen Fortschritt an Technik hier im Lande, sollte man doch meinen, dass es vorangehen müsste. Für alle Aber ich habe das Gefühl, dass es immer mehr wird, mit der Armut und der daraus folgenden Kriminalität. Natürlich wird diese nicht von den Armen verbrochen, eher von jungen Gangs die keine Perspektive haben, auch nicht wirklich arbeiten gehen wollen und im Ganzen sehr frustriert und unzufrieden sind. Aber neben diesen verlorenen Wölfen haben ganz viele andere unsere Hilfe mehr als verdient:

Alleinerziehende Mütter die niemals einen Mann hatten oder einen der vor der Hochzeit durchbrannte und deshalb von Familie und Gesellschaft ausgegrenzt werden. Oft finden sie keinen Job, ihre Kinder haben zum Glück mittlerweile das Recht auf Geburtsurkunden aber sitzen nicht selten mit Mama auf der Straße und betteln.

– Kinderheime für Babys und Kleinkinder, die dort anonym abgelegt wurden, weil ihre Mütter entweder ungewollt und unverheiratet schwanger wurden und Angst vor ihrer Familie haben. Dort fehlt es meistens an ganz vielem! Viele der Babys leiden auch an HIV, wenn die Mütter sich durchs prostituieren den Virus bereits vor oder noch in der Schwangerschaft einfingen. Als nicht Muslim ein Kind hier zu adoptieren ist nicht möglich, was es auch noch um einiges schwieriger macht! 

– Das Jugendheim für Kinder und Jugendliche, die beim Stehlen erwischt wurden und in eine Einrichtung für Schwererziehbare kommen. Hier haben sie die Chance vernünftig zur Schule zu gehen, einen Job zu erlernen und zum Studium nach Europa zu kommen. Was natürlich ein harter Weg ist. Es wird immer wieder einiges an Kleidung, Schulmaterialien, Fahrrädern, Spielzeug und vielen anderen Dingen benötigt. Leider büchsen die Kinder aber oft wieder aus und gehen zu ihren Familien und ihrer Vergangenheit zurück. Zurück in den Teufelskreis.

– Die armen Älteren, die keine Kraft mehr haben arbeiten zu gehen. Die Keinen mehr haben, obwohl der Familienzusammenhalt in der arabischen Welt eigentlich viel enormer ist. Oft sitzen sie auf der Straße und betteln, weil sie keinen anderen Ausweg sehen. Oder sie leben irgendwo in kleinen Baracken zurückgezogen, schämen sich jemanden zu fragen und werden von Nachbarn unterstützt.

– Hunde werden in Marokko von der Regierung nicht gerne gesehen, weil sie angeblich den Menschen Schaden zufügen würden. Mehrmals im Jahr werden sie von Tierfängern eingefangen und mit Rattengift verseuchtem Hundefutter getötet. In manchen Teilen Marokkos sogar vom Militär erschossen. Auch hier gibt es immer mehr Organisationen von jungen Marokkanern die zur gleichen Zeit die noch lebenden, angeschossenen Tiere aufsammeln und schnell zum Tierarzt bringen, um ihnen das Leben zu retten. Auch diese brauchen unsere Unterstützung.

– Ein normales marokkanisches Grundgehalt liegt zwischen 2000 und 3000 DH für bis zu 12 Stunden Arbeit, 6 Tage die Woche. Was 180 – 280 € entspricht. Viele Jungs die vom Lande kommen und dringend einen Job benötigen oder in der Großstadt studieren, bekommen oft noch weniger als das! Knapp 100 oder 150 € als Nachtdienst im Gasthaus ist etwas ganz normales. Während der Besitzer sich die große Kohle selber in die Tasche steckt – die reinste Ausbeute die den Menschen nicht erlaubt, ihren Familien zu helfen.Arbeitsverträge gibt es auch nur ganz ganz selten, was bedeutet man hat, am Ende nicht mal einen Anspruch vor Gericht, falls man seinen Lohn nicht bekam.

– Auf dem Land gibt es immer noch Dörfer ohne Strom- und Wasserversorgung. Auch der Schulweg liegt zum Teil zu weit entfernt. In der Regel müssen die Kinder in Gruppen täglich einen Fußmarsch von bis zu 2 Stunden auf beiden Wegen zurücklegen. Einen regulären Schultransport gibt es nicht oder die Familien können sich die Monatskarte nicht leisten.Es werden zwar immer mehr Internate gebaut, aber auch diese kosten Geld. Geld das einfach nicht vorhanden ist. Aus diesem Grund wird die Schule dann ab dem 12. Jahr abgebrochen und die Kinder müssen zuhause helfen. Den jungen Mädchen bleibt oft nichts anderes übrig ,als mit 16 oder 17 einen anderen Jungen aus demselben oder dem Nachbardorf zu heiraten, um etwas abgesichert zu sein und von Zuhause wegzukommen. Keine Ausbildung, kein Studium – Rackern von morgens bis abends während die Männer alleine in der Stadt leben, um Geld zu verdienen.

– Berberfrauen die an wunderschönen Teppichen arbeiten. Sie pflegen die Schafe, scheren diese, waschen und kämmen die Wolle um sie dann zu feinsten Materialien zu verarbeiten. Bei guter, zügiger Arbeit brauchen sie alleine für einen Teppich ca. einen ganzen Monat. Dieser wird dann für 50 € vielleicht vom Ehemann an Händler in der Stadt verkauft und sie selbst hat nichts davon, ist total abhängig. Arbeiten sie für sogenannte ” Teppich Assoziationen”, die mit angeblichem Fairtrade und Unterstützung der Frauen werben, um an mehr Kunden zu kommen, werden sie meistens auch nur ausgebeutet. Das Gleiche gilt für die Produktion von Arganprodukten. Deshalb brauchen diese Frauen Unterstützung und einen Betrieb der ihnen hilft.

– Handwerker, egal ob in der Stadt oder auf dem Lande, die wirklich wunderschöne Produkte herstellen, haben oft für ihre Familien nicht genügend Geld da ihnen keiner den Preis zahlen möchte, den sie verdienen… Die großen Touristengeschäfte verkaufen die Waren dann fürs 10-fache weiter.

In den Küstenstädten, gibt es vereinzelt Frauen, die jetzt alleinerziehend sind, weil sie ihre Ehemänner auf der hohen See beim Fischen verloren haben,. Auch sie stehen vor dem Abgrund und auch hier reicht die Hilfe der Familien oft nicht aus. Die Kinder müssen ganz früh die Schule verlassen, um Geld nach Hause zu bringen. Auch hier keine Chance auf Ausbildung oder Studium für ein besseres Leben.

– Junge Mädchen, die ungewollt schwanger werden und die entweder von der Familie verstoßen oder vom Bruder, Vater oder Freund das Kind aus dem Bauch getreten bekommen. Auch diese brauchen Hilfe denn es gibt bis jetzt nicht genügend Frauenhäuser, die sie aufnehmen können. Auch schämen sie sich zur Polizei zu gehen denn Sex vor der Ehe ist auch in Marokko noch illegal. Sie brauchen Wohnraum, Geld für Kleidung, Lebensmittel und eine Grundausstattung. Viele Organisationen sind überfordert oder haben zu wenig Unterstützung.

 


Unser Projekt

– Unterstützung privater Familien und Alleinerziehender

– Hilfe für Privatmenschen die sich um die Straßentiere in Marokko kümmern.

– Schulmaterialien, Kleidung, Heizöfen, Decken, Monatsfahrkarten, Wohnraummiete, Arztkosten und vieles mehr was so anfällt.

– Das Projekt Teppichmanufaktur zur Unterstützung der Berber Frauen

– Ehrlichen Organisationen unter die Arme helfen

 

 



Momentane
und bereits beendete Projekte

Durch unsere Touren mit Gästen, besuchen wir eine private Berberfamilie in den Bergen, die uns zeigt, wie sie so leben. Diese wird von uns bei jedem Besuch mit 10 € pro Gast ,die schon im Tour Preis mit enthalten sind, unterstützt. Auch helfen wir hier immer wieder bei anfallenden Arztkosten, Renovierungsarbeiten durch die harten Wetterumstände im Herbst und Winter oder wenn sonst etwas Wichtiges ansteht.

 

Eine alleinerziehende Dame die unter der Misshandlung ihres Mannes litt. Nachdem dieser endlich für viele Jahre ins Gefängnis ging, übernahmen wir die Jahreskosten von 900 € einer neuen Wohnung wo sie mit ihren 4 kleinen Kindern leben konnte. So teuer war es nicht, aber für sie niemals aufzubringen.

 

Eine Obdachlose mit ihrem Sohn der am Downsyndrom leidet, bekam ebenfalls von uns für ein Jahr  für 25€ pro Monat ein Zimmer in einer Art marokkanischem Hostel bezahlt. Sowie neue warme Kleidung und Schuhe um nicht mehr draußen betteln zu müssen. Es war für uns ebenfalls nicht die Welt, aber bedeutete ihr wirklich alles

 

Eine Berber Dame litt an Parasiten, die ihr im Zahnfleisch saßen und musste die gesamten unteren Zähne gezogen bekommen. Bei einem normalen Zahnarzt in den Bergen hätte dieses ganz fatal enden können, gerade bei der Art von OP.  Wir brachten sie in eine Privatklinik in Marrakesch, wo sie gut versorgt wurde. 

 

– Wir arbeiten an einer eigenen Teppich Manufaktur in der Nähe Marrakeschs wo wir Frauen beschäftigen möchten und ihre Arbeit bei uns im eigenen Online Shop und zukünftigen Geschäft in Deutschland fair verkaufen können. Dieses wäre ein Riesen Fortschritt für die armen Frauen hier die wie so oft noch sehr von ihren Männern dominiert werden. 

 

– Mehr Unterstützung der Familien auf dem Land, speziell der Älteren, Kindern und Frauen. 

 

– Neue, gebrauchte Landmaschinen  und Tiere wie Handflug, Rasenmäher , Maultier, Kühe und Esel um den Alltag einfacher zu gestalten. Die meisten Jüngeren sind mittlerweile in die Städte gezogen und ihre Eltern müssen sich selber um Haus, Hof und Land kümmern. 

Wie auch du uns helfen kannst

Leider ist es nicht mehr erlaubt, Kleiderspenden über die Grenze ins Land zu bekommen. Dies war für uns ein Riesen Verlust da wir auf diesem Wege ständig vieles von Sammelnden in Deutschland zugeschickt bekamen. Es war eine einfache Art den Menschen ohne zu großen Aufwand helfen zu können. Auf jeden Fall denen, die mit Materialien auskamen.

Mit mehr Unterstützung können wir ab jetzt dann noch mehr Menschen helfen und müssen nicht einfach vorbei laufen und wegschauen weil uns irgendwann die Mittel fehlen.

 

Wo wir dringend Hilfe benötigen:

– Sachspenden wie Schulmaterialien, Spielzeug, Kleidung, europäische Medizin und Arzneikästen, wenn du oder einer deiner Freunde nach Marrakesch kommt.

– Geldspenden via Gofundme oder Paypal, denn vieles kann man auch mit Sachspenden nicht retten.

– Hier über unseren Blog halten wir dich mit unseren Aktionen auf dem Laufenden. Neue Projektideen, viele Fotos und Videos folgen!

Und wenn du möchtest, kannst du uns auch mal auf einer unserer Hilfsaktion begleiten! 

Meld dich bei uns!

  • 40000 Marrakesch
  • Frombrementomorocco@gmail.com
  • WhatsApp: 00212 632 45 06 68