Das Leben in Marokko

Alptraum Coronakrise

Auch wir müssen uns jetzt langsam eingestehen, dass wir die Coronazeit hier in Marokko nicht mehr überbrücken können, die letzten 5 Monate waren noch ok aber anscheinend möchte Marokko seine Grenzen nicht öffnen, was den Einheimischen und auch uns Europäern, sehr zu schaffen macht, denn wir können somit keine Touren mehr verkaufen…

Durch die Touragentur in Marokko, die wir uns in den letzten Jahren hart aufgebaut haben, ging es uns gut und wir hatten große Pläne und weitere Projekte geplant.

Aber dann kam alles anders. Corona samt einer 5-monatigen Ausgangssperre mit totaler Grenzschließung, die bis heute noch andauert, flog über uns alle her wie ein Sturm.

Unsere Hauptsaison im April fiel aus, die ersten Touren wurden alle storniert. Hoffnungen, dass es ab Herbst bestimmt besser wird, kamen zwischendurch immer mal wieder auf aber selbst da wurde nichts draus. Der Tourismus ist bis heute und auf unbestimmte Zeit lahm gelegt, keiner verdient mehr einen Cent, die Menschen stehen vorm Abgrund, ohne Verständnis seitens ihrer Regierung. Denn schließlich lebt Marokko ja zu einem sehr großen Teil davon, was es alles noch viel unverständlicher macht.

Es gab eine staatliche Hilfe von 80€ monatlich, hier in Marokko, die wir nach mehreren Anträgen und langem Warten auch 2 Monate bekamen, mehr ist nicht in Aussicht. Hier sowieso nicht und in Deutschland ebenfalls, da ich dort keine Meldeadresse mehr habe. Zum Glück hatten wir aber etwas Erspartes, mit dem wir die letzten Monate überbrücken konnten. Nur kommt dieses langsam zum Ende.

Niemand fragt, wie es weiter geht, man fühlt sich in allem einfach allein gelassen und selbst Grundgesetze existieren nicht mehr. Man ist total aufgeschmissen.

Grenzen von und ins Ausland sind erst seit dieser Woche wieder offen aber nur für marokkanische Staatsangehörige und deren Familienmitglieder.

Ein einziger Weg wäre es, zurück nach Deutschland zu kommen denn laut deutschem Gesetz ist es eigentlich so, dass ich als deutsche Staatsangehörige mit meinem Mann in Deutschland leben darf. Nur leider ist auch die Schengen Visastelle geschlossen und das in allen Europäischen Konsulaten. Der Ehegattennachzug, fällt auch gerade weg, denn ich hab ja keine Meldeadresse in Deutschland und Hilfe vom Arbeitsamt kann ich nicht annehmen, weil mir dann die Ausländerbehörde einen Strich durch die Rechnung macht, ein Visum für Omar zu bekommen. Dafür braucht man nämlich ein Einkommen (welches ja auch gerade wegfällt), eine ausreichend große Wohnung, Krankenversicherung usw. Und wenn man das dann alles fertig hat, dauert dieser nach aktuellem Stand mindestens 15 Monate, was für uns keine Option ist.

Und wenn die Grenzen bis Ende des Jahres noch dicht bleiben, wissen wir am Ende überhaupt nicht mehr was wir tun sollen. Wir werden nicht nur unsere Wohnung verlieren sondern auch die Agentur, was wirklich sehr schlimm für uns wäre. Jeden Monat wird auf den nächsten verschoben, ständige Ausreden, keine Rücksicht auf Verluste. Es ist ein riesiges Chaos, alle paar Tage ändert sich was aber Pressekonferenzen gibt es nie, wenn dann einmal im Monat oder wenn sich das Volk beschwert.

Deshalb sind alle Touren bis nächstes Jahr März storniert worden… Andere Optionen hier gibt es nicht und Marokko wird sich in den nächsten Jahren nicht so schnell von der Krise erholen, auch haben viele Touristen Bedenken herzukommen, was man ja auch völlig nachvollziehen kann…

Wir schaffen es so alleine nicht, hier gegen die Regierung anzukämpfen, ein neues Leben in Deutschland aufzubauen samt neuer Wohnung und nebenbei noch unsere Agentur zu halten und mein Fernstudium zu bezahlen.

Omar wird selbst hier in Marokko trotz seines abgeschlossenen Studiums keinen Job finden, der ihm mehr als die Hälfte unserer Wohnung zahlen wird… Ein normales Einkommen liegt hier zwischen 200 und 300€, was eine totale Ausbeute ist, denn Lebenspreise steigen und werden immer mehr europäisch angepasst. Der Arbeitsmarkt hier liegt genauso wie woanders auch im Moment flach, keiner hat Geld jemanden neu anzustellen, selbst in öffentlichen Diensten nicht.

Dazu brauchen wir auch bald einen Anwalt in Deutschland, der uns bei all den Formalitäten hilft. Es ist ein schlimmer Kampf, für seine Grundrechte zu kämpfen und nicht locker zu lassen. Aber da Ausländerrecht nicht von Rechtsschutzversicherungen übernommen wird, erwarten uns da auch wieder Kosten.

Wie soll bitte jemand überleben können, wenn er keinen Euro mehr verdient?

Und glaubt uns, selbst diesen Aufruf zu starten war eine harte Entscheidung aber wir müssen unseren Stolz jetzt mal etwas ablegen, denn wir sehen das es nicht mehr weitergeht…

Um bis Ende Dezember über die Runden zu kommen und alles zahlen zu können, was dringend nötig ist, liegen wir bei mindestens 6000€… Es kann auch viel teurer werden.

  • Anwaltskosten
  • Flugtickets
  • Agenturkosten
  • Beide Wohnungen
  • Neue Wohnungseinrichtung plus Kaution
  • Lebensmittel

Deshalb würden wir uns sehr über eure Unterstützung in diesem Albtraum freuen und hoffen, dass es für uns nächstes Jahr wieder bessere laufen wird…

Genau hier auf Betterplace könnt ihr uns unterstützen.

Lieben Dank,

Nadine und Omar

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