Das Harem
Das Leben in Marokko

Der Harem

Wie stellt ihr ihn euch eigentlich so vor, den Harem? Eher als einen Palast in dem der Sultan seine hauseigenen, halbnackten bildhübschen Sex-Sklavinnen hielt, die mit orientalischen Bewegungen um ihn umhertanzten. Und ihm, nicht zu vergessen, dazu auch noch alle Wünsche erfüllten. Oder als eher einen traurigen grauen Ort mit viel Gewalt und Unterdrückung? Oder gar eine Mischung aus beidem??

Ist der Harem nicht auch etwas, über das man speziell als Frau nicht gerne spricht, weil es doch irgendwie zu obszön ist, über so freizügige Dinge zu reden, außer vielleicht mit der besten Freundin. Sind wir deutschen Frauen da nicht irgendwie doch gehemmter als wir denken, sich über andere bildhübschen jungen Mädchen zu unterhalten? Vielleicht im ironischen Sinne gemeint aber niemals als eigentliches Thema. Was auch eigentlich schwierig wäre, denn sogar bei meiner Recherche über den Harem dauerte es etwas bis ich wirklich interessante Fakten fand, denn es war für Ex-Bewohnerinnen eigentlich verboten, über ihren Aufenthalt dort zu sprechen…

Die Bewohnerinnen

Es gab 2 Arten von Harems, einmal den häuslichen, in dem nur eine große Familie wohnte, in der die Großväter und Söhne mehrere Frauen hatten. Aus diesem konnte man als Frau nur zum Hammam-Besuch oder zum Lernen in die Koranschule raus. Die Tür wurde 24 Stunden bewacht. Und dann gab es den der Herrscher, der Sultane. Im Topkapı-Palast gab es mehr als Hundert Bewohnerinnen, die alle einem Mann alleine gehörten, denn mit so einem allmächtigen Status hatte man erstens eine engere Verbindung zu Gott und somit auch das Recht auf bestes Essen, Musik und Frauen, genau genommen 4 Ehefrauen und so viele Geliebte, wie man wollte. Und das alles mehr als anderen Männer im Land, denn schließlich war man ja Sultan.

Prinz Suleiman war übrigens der Letzte, der im Harem von Istanbul lebte. Wer genau es in Marokko war, ist etwas schwierig herauszubekommen, aber die Art der internen Macht war gleich. Später, im 19. Jahrhundert hatten dann aber auch viele Reiche ihre privaten Harems, die sogar bis in die 90er ganz normal waren. Zwar seltener, aber nichts verwunderliches.

An sich kann man sich den Harem als eine Art Internat vorstellen, halt nur das die Mädchen hier alles andere als muslimisch waren, sondern eher junge hübsche Christinnen aus Europa oder Russland, viele Slawinnen und Engländerinnen unter ihnen. Sie waren auf Schiffen in andere Länder unterwegs um eine neue Anstellung anzutreten oder zu Familienangehörigen zu ziehen. So wurden sie auf ihrem Weg von barbarischen Piraten überfallen, verschleppt und verkauft. Die sehr Hübschen landeten dann im Harem, die zwischen dem 14. und 20. Jahrhundert noch verschiedenen Sultanen gehörten. Vielleicht fragt ihr euch jetzt, warum sie nicht auch muslimisch waren, schließlich gehörte der Harem ja zum Islam. Selbst der Name an sich stammt ja sogar aus dem arabischen und bedeutet so viel wie: “Das Verbotene”. Ganz einfach, denn im Islam ist es verboten eine Muslimin zu versklaven. Dazu kommt auch noch, dass eine exotische weiße Haut und dazu dunkles oder rotes Haar sehr anziehend und begehrt war. Blutjung, mit einer sanften Haut und schönen schlanken Bäuchen, so stellte man sie sich vor. Auch Russinnen waren mit die schönsten Bewohnerinnen des Harems.

Und ein sehr wichtiger Fakt hier war, dass niemals jemand nach Ihnen fragte oder suchte, denn man nahm an das sie tot waren. Eine leichte Beute ohne große Probleme. Und mal ganz ehrlich, was hätte man auch gegen einen Sultan ausrichten können? Ihm sein Eigentum wegnehmen?

Der Harem
Im Harem angekommen

Die Neuen

Direkt nach dem Einzug in den Harem, mussten sich all neuen Mädchen erstmal der rituellen islamischen Waschung unterziehen, damit sie schön rein wurden. Danach ging es zum Beten und sie wurden jeden Tag zum Unterricht geschickt, in dem sie neben dem Lesen und Schreiben auch den Koran studierten und gute Manieren lernten. Wie zum Beispiel das Rückwärtslaufen beim Abtreten vom Sultan, ein ordentlicher respektvoller Ton, wunderschöne künstlerische Handarbeiten und natürlich auch Aufgaben im Haushalt oder das Kinderhüten. Schlechte Laune zu haben und wütend sein waren verboten.

Es gab die normalen Sklavinnen und die Konkubinen, die vom Sultan und seiner Mutter zum Sex ausgesucht wurden. Und ja richtig, denn nur, weil man Sklavin in einem Harem war, hieß das noch lange nicht, dass man auch Sex mit dem Sultan hatte. Viele sahen ihn überhaupt nicht und verrichteten nur ihre ganz normalen Aufgaben, die ihnen aufgetragen wurden.

Es war kein Bordell, sondern ein Palast mit einer Sammlung von Hunderten sehr intelligenten, hübschen Frauen. Ein orientalisches Gefängnis, aus dem man zwar nicht heraus kam, aber in dem man einen besseren Standard hatte als vielleicht woanders. Für viele wohl ein kleiner Trost in ihrer Misere. Und da war ja auch noch die Hoffnung mehr als nur eine Sklavin zu sein und die Konkubine des Sultans zu werden. Denn dann hatte man mehr Rechte und bekam sogar ein eigenes Zimmer. Alle anderen nächtigten immer noch unter Aufsicht der älteren Damen in einem Raum. Es wurde darauf geachtet, dass sie in der Dunkelheit nicht miteinander tuschelten und das Bett nicht teilten. Sex war, außer irgendwann vielleicht mal mit dem Sultan, strengstens verboten. Nicht nur Sex mit Männern, die es da ja bis auf die Eunuche, die Wächter, sowieso nicht gab. Aber auch nicht mit anderen Frauen oder gar Handspielzeug. Deshalb waren auch Gurken im Harem strengstens verboten.

Und sollten sie aus irgendwelchen Gründen auch immer, den Harem verlassen, wurden sie meistens Ehefrauen eines Paschas oder im ganz schlimmen Falle kamen sie beim Tode des Sultans in den älteren Palast und erlebten dort viel schlimmere Dinge in ihrem Leben, als sie sich hätten ausmalen können. Schließlich hatte man den Herrscher überlebt und somit kein Recht mehr auf einen Ehemann und auf ein normales Leben abseits der Sklaverei.

Der Harem
Alltägliche Aufgaben im Harem

Die Wächter

Eunuche nannte man sie, die Wärter und Aufpasser, die den Harem absicherten und schauten, dass jeder seinen Aufgaben nachging und auch keiner rein und rauskam. Auch sie verbrachten ihr gesamtes Leben hier und waren zudem auch kastriert, damit sie kein Interesse und somit auch keinen Beischlaf mit Sklavinnen oder gar Konkubinen hielten. Laut Islam ist es verboten, sich von einem muslimischen Imam kastrieren zu lassen und deshalb wurde diese traumatische Prozedur von ägyptischen christlichen Priestern vollzogen. Entweder wurden die Hoden im Inneren zerquetscht oder man nahm ihnen gleich alle Genitalien ab. Dies führte dazu, dass die Eunuche nicht mal mehr normal urinieren konnten und hatten deshalb immer einen Becher im Turban versteckt, den sie als Hilfe dazu benutzen konnten.

Es gab aber welche, die ihre Gliedmaßen nicht verloren und bei denen sich die Intakt Fähigkeit nach einer gescheiterten Kastrierung ein paar Jahre später wieder einstellte. Somit gab es dann auch Beziehungen zwischen den Enochen und Sklavinnen. Ab und zu auch mit den Konkubinen, denn die hatten ja ihr eigenes Zimmer und somit mehr Freiraum. Schwanger durfte man nur nicht werden, denn ein Mischlings Baby würde halt schnell auffallen. Dies war auch ein Grund warum Eunuche meist Schwarz-Afrikaner waren…

Der Harem
Ein Eunuch

Das Treffen mit dem Sultan

So gesehen waren Konkubinen eigentlich nur Gebärmaschinen, die jeweils einen Sohn produzieren sollten, einen eventuellen Nachfolger des Sultans. Sobald diese das Kind geboren hatte, wurde schon die Nächste ausgewählt und die “Verbrauchte” somit aus dem heiligen Bett verbannt. Aber wieso nur einen Sohn und nicht mehrere? Weil man sagt, dass die Mutter des Sohnes sein bester Berater wäre und sie diese Eigenschaften bei 2 oder mehreren Söhnen auf alle aufteilen müsste. Deshalb immer nur ein Sohn pro Konkubine. Außer im Topkapi- Harem, da hatte Prinz Suleiman sogar 4 Söhne mit der russischen Konkubine Hurem, die er später sogar heiratete. Etwas was eigentlich überhaupt nicht ging.

Unter dem Gemach des Sultans, gab es eine Art großer Raum mit einem Pool, in den von Zeit zu Zeit Mädchen geführt wurden, um dort zu baden, zu lesen und ihre Zeit zu vertreiben. Dies war der perfekte Ort für den Herrscher und auch seine Mutter, die geeignete Beischläferin zu beobachten und zu entscheiden, ob sie angemessen genug wäre.

Sollte dem so ein, wurde die Neue rituell auf den Einsatz im Bett des Sultans vorbereitet. Zuerst gratulierten ihr die älteren Damen des Palastes und neben neuen Schuhen, Kleidern und Schmuck, wurde sie sorgfältig gebadet und mit Austernmuscheln am ganzen Körper rasiert, sodass kein einziges Haar mehr zu finden war, schließlich war das ein Zeichen von Unreinheit. Neben den Muscheln, wurde hier auch eine Aceton-ähnliche Flüssigkeit benutzt, die einem bei längerem Auftragen sogar Verbrennungen zufügen konnte. Henna wurde ihre auf die Hände und auf Körperstellen wie um den Bauchnabel herum gemalt, um auch nackt sehr hübsch auszusehen. Man sagt das die Sklavinnen von den Schwestern und Müttern der Sultane den “letzten Schliff” bekamen. Wohl sogenannte Einweisungen und Benimm-Richtlinien.

Der Harem schrieb vor, das Konkubinen Jungfrauen sein mussten. Da sie aber dazu trainiert wurden dem Sultan eine exzellente Nacht zu bieten, munkelt man doch etwas über den eigentlichen Zustand ihrer Jungfernhäutchen…

Zum Training gehörte auch die Art, wie genau sie zu ihm lief und vor seinen Füßen auf die Knie fiel oder auch, wie sie vom Fußende seines Bettes zum ihm zu kriechen hatte.

Und während der nächtlichen Prozedur spielten andere Sklavinnen draußen vor der Tür leise Musik…

Der Harem
Die Vorbereitung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.